Während der Zeit des Nationalsozialismus gab es überall in Deutschland oppositionelle Jugendgruppen. Leipzig war eines der Zentren. Bis zu 1.500 Mädchen und Jungen trafen sich ab Mitte der 1930er Jahre im Stadtgebiet in Cliquen jenseits der Hitlerjugend und lehnten sich gegen das NS-Regime auf.
Im Leipziger Süden gab es gleich mehrere Meuten: Paul-Gruner-Straße, Arndtstraße, an den Großmarkhallen und am Connewitzer Kreuz. In der Veranstaltung wird neben den Meuten im Allgemeinen auf die Gruppen im Leipziger Süden im Speziellen eingegangen werden – exklusiv und einmalig auf dieser Lesung.
Die Mädchen und Jungen gingen selbstbestimmt wandern oder trafen sich in ihren Stadtteilen auf der Straße. Und man wurde gegen die HJ aktiv: mit Streuzetteln und Schlägereien. In kleineren Runden hörte man verbotene Radiosender und diskutierte über ein Deutschland ohne Nazis. Gestapo und Justiz verfolgten die Meuten, es kam zu Prozessen vor dem Volksgerichtshof wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“, einige wurden sogar in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt.
„Die Geschichte der Leipziger Meuten“ ist ein eindrucksvolles und umfassendes Zeugnis über jugendliches Aufbegehren und Kampf um Freiräume in der Zeit einer furchtbaren Diktatur. Ein Buch über Jugendkulturen, Nonkonformität, Opposition und Widerstand.
Der Autor und Historiker Sascha Lange hat mehr als zehn Jahre zu diesem Thema geforscht. Erstmals erscheint die ausführliche Geschichte der Leipziger Meuten.
Die Lesung dauert etwa 70 Minuten, begleitet von zahlreichen Fotos.
T I C K E T S gibt es online bei tixforgigs.com (Link unterm Bild).
01
// Do // 20 Uhr //
SASCHA LANGE: DIE GESCHICHTE DER LEIPZIGER MEUTEN-JUGEND IM NATIONALSOZIALISMUS
06
// Di // 19 Uhr // Broschürenvorstellung und Podiumsgespräch:
WEM GEHÖRT CONNEWITZ?

Eintritt frei/ 0 EUR
» https://www.ifr.kit.edu/forschung/forschungsprojekte/wem_gehoert_Connewitz.php
» https://vernetzungsued.de
Connewitz verändert sich. Die Mieten steigen, neue Häuser entstehen, die Wohnungssuche wird schwieriger. Und oft ist nicht einmal klar, wem das eigene Haus eigentlich gehört.
Drei Jahre lang ist das Forschungsprojekt „Wem gehört Connewitz?“ genau diesen Fragen nachgegangen. Das Team hat Häuser kartiert, Interviews geführt, Workshops organisiert und Haushalte im Stadtteil befragt. Entstanden ist daraus eine Broschüre, die die Ergebnisse dorthin zurückgibt, wo sie herkommen. Sie zeigt, wer in Connewitz vermietet, warum manche Mieten niedrig bleiben und andere stark steigen, wo neu gebaut wird und für wen. Getragen wird sie dabei von den Stimmen, Geschichten und Erfahrungen der Bewohner:innen.
An diesem Abend wird die Broschüre zum ersten Mal öffentlich vorgestellt. Gemeinsam mit den beteiligten Forschenden, der wohnungs- und stadtteilpolitischen Initiative Vernetzung Süd und der für das Layout verantwortlichen Grafikerin sollen Hintergründe zur Entstehung, Umsetzung und Gestaltung des Projekts vertiefend beleuchtet werden. Weitere Akteure aus dem Stadtteil sind für das Podium angefragt. Vor allem aber soll gemeinsam mit den Menschen in Connewitz diskutiert werden: Wie lassen sich Erfahrungen und Probleme auf dem Wohnungsmarkt so darstellen, dass sie im Stadtteil ankommen, in Bildern wie in Sprache? Wie kann eine Zusammenarbeit von Wissenschaft und Nachbarschaft bei wohnungspolitischen Fragen gelingen? Und ganz konkret: Wo gibt es für und in Connewitz weiteren Forschungs- und Handlungsbedarf?
Durch den Abend führt Michael Janoschka (Karlsruher Institut für Technologie).
Die Broschüre erscheint bereits vor der Veranstaltung. Sie soll möglichst viele Haushalte in Connewitz erreichen und wird dafür per Post verteilt und an öffentlichen Orten im Stadtteil ausgelegt. Auch im UT wird sie kostenlos zum Mitnehmen bereit liegen.
Die Broschüre wir gefördert durch das Stadtbezirksbudget des Stadtbezirksbeirats Süd und wird herausgegeben vom Transformative Bildung und Kultur e.V.
Drei Jahre lang ist das Forschungsprojekt „Wem gehört Connewitz?“ genau diesen Fragen nachgegangen. Das Team hat Häuser kartiert, Interviews geführt, Workshops organisiert und Haushalte im Stadtteil befragt. Entstanden ist daraus eine Broschüre, die die Ergebnisse dorthin zurückgibt, wo sie herkommen. Sie zeigt, wer in Connewitz vermietet, warum manche Mieten niedrig bleiben und andere stark steigen, wo neu gebaut wird und für wen. Getragen wird sie dabei von den Stimmen, Geschichten und Erfahrungen der Bewohner:innen.
An diesem Abend wird die Broschüre zum ersten Mal öffentlich vorgestellt. Gemeinsam mit den beteiligten Forschenden, der wohnungs- und stadtteilpolitischen Initiative Vernetzung Süd und der für das Layout verantwortlichen Grafikerin sollen Hintergründe zur Entstehung, Umsetzung und Gestaltung des Projekts vertiefend beleuchtet werden. Weitere Akteure aus dem Stadtteil sind für das Podium angefragt. Vor allem aber soll gemeinsam mit den Menschen in Connewitz diskutiert werden: Wie lassen sich Erfahrungen und Probleme auf dem Wohnungsmarkt so darstellen, dass sie im Stadtteil ankommen, in Bildern wie in Sprache? Wie kann eine Zusammenarbeit von Wissenschaft und Nachbarschaft bei wohnungspolitischen Fragen gelingen? Und ganz konkret: Wo gibt es für und in Connewitz weiteren Forschungs- und Handlungsbedarf?
Durch den Abend führt Michael Janoschka (Karlsruher Institut für Technologie).
Die Broschüre erscheint bereits vor der Veranstaltung. Sie soll möglichst viele Haushalte in Connewitz erreichen und wird dafür per Post verteilt und an öffentlichen Orten im Stadtteil ausgelegt. Auch im UT wird sie kostenlos zum Mitnehmen bereit liegen.
Die Broschüre wir gefördert durch das Stadtbezirksbudget des Stadtbezirksbeirats Süd und wird herausgegeben vom Transformative Bildung und Kultur e.V.
16
// Fr // 20 Uhr // Leipziger Literarischer Herbst:
ZWEI HÄUSER IM OSTEN - EVA MENASSE und CHRISTINE KOSCHMIEDER
Eva Menasse und Christine Koschmieder gehen der Frage nach, was ein Haus zur Heimat macht, moderiert von Andreas Platthaus
In Eva Menasses „Alleinruhelage“ (Kiepenheuer & Witsch) bleibt einer Frau nach dem Ende ihrer Ehe das Haus am Rand einer Datschensiedlung in Brandenburg, in dem die Familie über die Jahre glückliche Sommer verbracht hat, mit den Kindern, den Gästen, dem See vor der Tür. Sie überlegt, ob sie bleiben oder verkaufen soll, und beginnt zu renovieren, kämpft mit Widrigkeiten wie alten Leitungen und missgünstigen Nachbarn im Kleingarten. Zur Seite steht ihr ein eingespieltes, unkonventionelles Handwerkerpaar, das jeden Schaden in den Griff bekommt. Als Wienerin, in dieser Gegend doppelt fremd, sieht sie vielleicht genauer als die Einheimischen, wie die DDR und die Wendeverwerfungen bis heute in den Menschen nachwirken, welche alten Verletzungen geblieben sind und worüber niemand spricht. Am Ende verkauft sie und bricht noch einmal auf.
Christine Koschmieder geht in „Ein Haus für mich“ (Kanon) den anderen Weg, und sie erzählt ihn als ihren eigenen. Aus Leipzig, wo die Mieten sie über die Jahre in immer kleinere Wohnungen gedrängt haben, zieht sie in ein baufälliges Schifferhaus an der Elbe. Sie reißt Wände heraus, streitet mit Handwerkern, zählt die Betonringe im Hof und findet in einem Nachbarn, der ihr Brennholz und Erdbeereis über den Zaun reicht, den ersten Verbündeten am neuen Ort. Ihr Memoir erzählt vom Umbau, vom Geld, das hinten und vorne nicht reicht, und von der Frage, wem die Häuser im Osten eigentlich gehören.
—
Eva Menasse, 1970 in Wien geboren, wurde mit ihrem Familienroman „Vienna“ (2005) bekannt. Es folgten Romane und Erzählungen wie „Quasikristalle“ und der Bestseller „Dunkelblum“ (2021), für ihr Werk erhielt sie unter anderem den Heinrich-Böll-Preis. Von 2022 bis 2024 war sie gemeinsam mit Deniz Yücel Sprecherin des PEN Berlin. Zuletzt erschien „Alleinruhelage“ (2026) bei Kiepenheuer & Witsch. Eva Menasse lebt in Berlin.
Christine Koschmieder 1972 in Heidelberg geboren, betreibt seit 2003 die Literaturagentur Partner + Propaganda und schreibt Romane und Sachbücher. Ihr Debüt „Schweinesystem“ (2014) war für den aspekte-Literaturpreis nominiert, zuletzt erschienen „Frühjahrskollektion“ (2025) und das Memoir „Ein Haus für mich“ (2026), beide bei Kanon. Christine Koschmieder lebt in Aken (Sachsen-Anhalt).
Andreas Platthaus 1966 in Aachen geboren, ist seit 1997 Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitet dort seit 2016 das Ressort Literatur und literarisches Leben. Er schreibt Sachbücher und gilt als ausgewiesener Comic-Kenner. Andreas Platthaus lebt in Leipzig und Frankfurt am Main.
T I C K E T S sind via tixforgigs.com(Link unter dem Bild) sowie an der Abendkasse erhältlich.
In Eva Menasses „Alleinruhelage“ (Kiepenheuer & Witsch) bleibt einer Frau nach dem Ende ihrer Ehe das Haus am Rand einer Datschensiedlung in Brandenburg, in dem die Familie über die Jahre glückliche Sommer verbracht hat, mit den Kindern, den Gästen, dem See vor der Tür. Sie überlegt, ob sie bleiben oder verkaufen soll, und beginnt zu renovieren, kämpft mit Widrigkeiten wie alten Leitungen und missgünstigen Nachbarn im Kleingarten. Zur Seite steht ihr ein eingespieltes, unkonventionelles Handwerkerpaar, das jeden Schaden in den Griff bekommt. Als Wienerin, in dieser Gegend doppelt fremd, sieht sie vielleicht genauer als die Einheimischen, wie die DDR und die Wendeverwerfungen bis heute in den Menschen nachwirken, welche alten Verletzungen geblieben sind und worüber niemand spricht. Am Ende verkauft sie und bricht noch einmal auf.
Christine Koschmieder geht in „Ein Haus für mich“ (Kanon) den anderen Weg, und sie erzählt ihn als ihren eigenen. Aus Leipzig, wo die Mieten sie über die Jahre in immer kleinere Wohnungen gedrängt haben, zieht sie in ein baufälliges Schifferhaus an der Elbe. Sie reißt Wände heraus, streitet mit Handwerkern, zählt die Betonringe im Hof und findet in einem Nachbarn, der ihr Brennholz und Erdbeereis über den Zaun reicht, den ersten Verbündeten am neuen Ort. Ihr Memoir erzählt vom Umbau, vom Geld, das hinten und vorne nicht reicht, und von der Frage, wem die Häuser im Osten eigentlich gehören.
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Eva Menasse, 1970 in Wien geboren, wurde mit ihrem Familienroman „Vienna“ (2005) bekannt. Es folgten Romane und Erzählungen wie „Quasikristalle“ und der Bestseller „Dunkelblum“ (2021), für ihr Werk erhielt sie unter anderem den Heinrich-Böll-Preis. Von 2022 bis 2024 war sie gemeinsam mit Deniz Yücel Sprecherin des PEN Berlin. Zuletzt erschien „Alleinruhelage“ (2026) bei Kiepenheuer & Witsch. Eva Menasse lebt in Berlin.
Christine Koschmieder 1972 in Heidelberg geboren, betreibt seit 2003 die Literaturagentur Partner + Propaganda und schreibt Romane und Sachbücher. Ihr Debüt „Schweinesystem“ (2014) war für den aspekte-Literaturpreis nominiert, zuletzt erschienen „Frühjahrskollektion“ (2025) und das Memoir „Ein Haus für mich“ (2026), beide bei Kanon. Christine Koschmieder lebt in Aken (Sachsen-Anhalt).
Andreas Platthaus 1966 in Aachen geboren, ist seit 1997 Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitet dort seit 2016 das Ressort Literatur und literarisches Leben. Er schreibt Sachbücher und gilt als ausgewiesener Comic-Kenner. Andreas Platthaus lebt in Leipzig und Frankfurt am Main.
T I C K E T S sind via tixforgigs.com(Link unter dem Bild) sowie an der Abendkasse erhältlich.








