An zwei Sonntagen im Jahr 2026 trifft im Saal des UT Connewitz experimentelle akustische und elektronische Musik auf Visual Art. Kompositionen finden zusammen für einzigartige, gemeinsame und einmalige Performances. Kuratiert wird die Reihe von TELESKOP – Studio for Aural Arts Leipzig. TELESKOPradius lässt Hör- und Sehbares ineinander fließen und stellt zwei Kunstformen gleichberechtigt gegenüber. Klang trifft auf Bild in einem Moment der Interaktion, die es zu erleben gilt.
Jasmine Guffond ist eine in Berlin lebende Künstlerin und elektronische Musikerin, die die Schnittstellen von Sound, Technologie und politischen Infrastrukturen erforscht. Seit über einem Jahrzehnt untersucht sie in ihren Werken Online-Überwachungspraktiken, indem sie verborgene digitale Prozesse wie Gesichtserkennungs-Algorithmen durch Daten-Sonifikation hörbar macht. Ihre Arbeiten wurden international in Galerien und auf Festivals präsentiert, darunter das CTM Festival und das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM).
Jasmine Guffond hat experimentelle Solo-Alben auf Labels wie Sonic Pieces, Karl Records und Editions Mego veröffentlicht. In ihren Live-Performances nutzt sie extreme Lautstärkeunterschiede und tiefe Bassfrequenzen, damit das Publikum den Sound körperlich spüren und intensiv erleben kann.
Ihr Album Muzak for the Encouragement of Unproductivity (2025) kehrt die Rolle von Muzak als Antrieb reibungsloser Produktivität am Arbeitsplatz poetisch um. Klanglich setzt es sich mit dem kapitalistischen Streben nach maximaler Effizienz und dessen Folgen auseinander, von der Ausbeutung der Arbeitskraft bis zur Umweltbelastung durch Überproduktion, und schafft einen Raum zum Nachdenken über den persönlichen, globalen und ökologischen Nutzen des Langsamerwerdens.
2021 promovierte Jasmine Guffond an der University of New South Wales (Art, Design & Architecture) mit einer Forschungsarbeit über Klang als Methode zur Untersuchung von Online-Überwachungspraktiken.
Olivia Jack ist Programmiererin und Künstlerin und arbeitet mit Open-Source-Software, Kartografie, Live-Coding und experimentellen Interfaces. Sie ist die Entwicklerin browserbasierter Kunstwerkzeuge wie dem Videosynthesizer Hydra, Wobble Web, PIXELSYNTH und LiveLab. In ihren audiovisuellen Live-Sets erforscht sie algorithmische Darstellungen unvorhersehbarer und chaotischer Systeme und versteht das Schreiben von Software als unordentlichen und kurzlebigen Prozess. Olivia www.ojack.xyz
Förderer: Kulturamt der Stadt Leipzig | GVL | Deutscher Komponist*innenverband
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