Bei uns werden die diesjährigen „Tage der Industriekultur und das „Industrie | Kultur | Festival“ eröffnet. Gezeigt werden drei Kurzfilme vom Mitteldeutschen Kurzfilmfestival „Kurzsuechtig“ in Zusammenarbeit mit Mike Brandin. Außerdem eine Podiumsdiskussion zu „Wie der Kaffee nach Vietnam kam und blieb“ mit einem Impulsvortrag von Tanja Hoyer. Dazu gibt es frischen Kaffee für alle Gäste.
Um Anmeldung wird gebeten. Folgt dem Link unterm Bild. Dort auch mehr Informationen zum Programm.
11
// Fr // 20 Uhr // GEGENkino +++ A U S V E R K A U F T +++ S O L D + O U T+++
FM EINHEIT VERTONT KOSMISCHE REISE
+++ English below +++
KOSMISCHE REISE (KOSMIČESKIJ REJS)
SU 1936, R: Wassili Schurawljow, D: Sergei Komarow, Xenija Moskalenko, Wassili Gaponenko 70', OmeU, DCP
KOSMISCHE REISE von Wassili Schurawljow ist der letzte sowjetische Stummfilm und entstand zu einer Zeit, als sich der Tonfilm schon längst durchgesetzt hatte. Der Film zeigt ein fiktives Moskau des Jahres 1946 als Zukunftsstadt: das Raumfahrtsprogramm ist technisch soweit fortgeschritten, dass eine Rakete ins Weltall geschossen werden kann. Professor Pavel Sedikh, der eine Expedition zum Mond leiten soll, wird von seinem Rivalen Professor Karin als zu alt und psychisch ungeeignet für die Mission angesehen. Unterdessen misslingen die ersten Raketentests: das zuerst gestartete Kaninchen kommt ums Leben, eine Katze verschwindet spurlos. Mit Hilfe seiner Assistentin Professorin Marina und des jungen Andrjuscha schafft Sedikh einen erfolgreichen Start, Flug und eine Landung auf dem Mond, bei der sich die Crew mit auftretenden Problemen auseinandersetzen muss: der Schwerelosigkeit, dem Mangel an Sauerstoff oder ausreichender Körperwärme bei Temperaturen unter Null Grad. Ihre Mission wandelt sich zu einer Rettungsaktion, als Sedikh bei einer Mondwanderung ausrutscht, in eine Gletscherspalte stürzt, unter einem Felsbrocken eingeklemmt wird und ihm langsam der Sauerstoff ausgeht.
Eines der ästhetischen Merkmale des Films ist die erstaunlich realistische Abbildung einer Reise zum Mond, bevor solche Szenarien wirklich stattgefunden haben. Begünstigt durch die Mitarbeit des Wissenschaftlers und Begründers der modernen Kosmonautik Konstantin Ziolkowski schildert der Film ästhetisch in äußerst akkurater Vorhersage das Versuchslabor, den riesigen Hangar, das Raumschiff und seine Treibwerke sowie dessen Innenraum und Beleuchtung, die Raumanzüge und die Mondoberfläche. Sowjetische Kosmonaut:innen, die den Film 30 Jahre später sahen, waren beeindruckt von den Kulissen und der Realitätsnähe der Schwerelosigkeits-Szenen, die mit Stop-Motion-Tricktechnik animiert wurden.
Vertonen wird den Film FM Einheit, der in Sachen Avantgarde und präziser Handarbeit nicht besser zum Film passen könnte. Ob als Schlagzeuger der Hamburger Punkbands „Abwärts“ und „Palais Schaumburg“ oder versteckt hinter allerlei Metallschlagwerk bei den „Einstürzenden Neubauten“, ob als Solokünstler oder in zahlreichen Kollaborationen mit Andreas Ammer und Ulrike Haage von den „Rainbirds“: der musikalische Tausendsassa war und ist stets auf der Suche nach unbetretenen Wegen und fordert immer wieder Hörgewohnheiten heraus. Er bewegt sich sowohl im Konzert-, wie auch im Theater- und Kunstbetrieb und gilt längst auch international als einer der versiertesten und renommiertesten deutschen Musiker.
Das Bühnensetup besteht aus digitaler Elektronik, von der Decke herab hängenden, langen Metallfedern, Blechen, einem Tisch voller Ziegel und Gesteinssplit. Dieses diverse, mitunter archaische Instrumentarium wird FM Einheit in einer körperlichen Live-Performance mit seinen Händen, mit Hämmern, Bohrmaschinen und weiteren Gerätschaften perkussiv bearbeiten. Er entlockt den industriellen Materialien flächenartige Sounds, rhythmische Beats bis hin zu sphärischen Klängen, die mit der elektronischen Komposition der interstellaren, utopischen Bilderwelt auf der Leinwand eine Schicht hinzufügen, in der es immer wieder knirscht, kratzt und wummert.
+++ Die Show ist A U S V E R K A U F T +++ Es gibt keine A B E N D K A S S E +++
FM Einheit scores COSMIC VOYAGE
COSMIC JOURNEY by Vasily Shuravlyov is the last Soviet silent film and was made at a time when sound film had long since become the norm. The film depicts a fictional Moscow in 1946 as a city of the future: the space programme has advanced to such a technical level that a rocket can be launched into space. Professor Pavel Sedikh, who is to lead an expedition to the Moon, is regarded as too old and mentally unfit for the mission by his rival Professor Karin. Meanwhile, the first rocket tests go awry: the rabbit launched first is killed, and a cat vanishes without a trace. With the help of his assistant, Professor Marina, and the young Andryusha, Sedikh manages a successful launch, flight and landing on the Moon, during which the crew must contend with various problems: weightlessness, a lack of oxygen and insufficient body heat at sub-zero temperatures. Their mission turns into a rescue operation when Sedikh slips during a moonwalk, falls into a crevasse, becomes trapped under a boulder and slowly runs out of oxygen.
One of the film’s aesthetic features is its astonishingly realistic depiction of a journey to the Moon, long before such scenarios actually took place. Aided by the collaboration of the scientist and founder of modern cosmonautics, Konstantin Tsiolkovsky, the film depicts, with great aesthetic precision and remarkable foresight, the experimental laboratory, the enormous hangar, the spacecraft and its propulsion systems, as well as its interior and lighting, the space suits and the lunar surface. Soviet cosmonauts who saw the film 30 years later were impressed by the sets and the realism of the weightlessness scenes, which were animated using stop-motion techniques.
FM Einheit will be live scoring the film – in terms of avant-garde spirit and skilled craftsmanship, he could not be a better fit for the film. Whether as a drummer with the Hamburg punk bands ‘Abwärts’ and ‘Palais Schaumburg’, or hidden behind all kinds of metal percussion with ‘Einstürzende Neubauten’, whether as a solo artist or in numerous collaborations with Andreas Ammer and Ulrike Haage of the ‘Rainbirds’: this musical jack-of-all-trades has always been – and continues to be – on the lookout for uncharted territory, constantly challenging listeners’ expectations. He is active both in the realms of concert performance, as well as in theatre and the arts, and has long been internationally regarded as one of Germany’s most accomplished and renowned musicians.
The stage set-up consists of digital electronics, long metal springs suspended from the ceiling, sheets of metal, and a table full of bricks and crushed stone. FM Einheit will use this diverse and sometimes archaic apparatus in a physical live performance, belabouring it percussively with his hands, hammers, drills and other tools. He coaxes a range of noises from these industrial materials – from expansive sounds and rhythmic beats to ethereal tones – which, combined with the electronic composition, add a layer to the interstellar, utopian imagery on the screen that is constantly crackling, scratching and humming.
+++ The show S O L D + O U T+++ No Tickets available at the B O X O F F I C E+++
(c) pictures: Filmmuseum München/Edition Filmmuseum
KOSMISCHE REISE (KOSMIČESKIJ REJS)
SU 1936, R: Wassili Schurawljow, D: Sergei Komarow, Xenija Moskalenko, Wassili Gaponenko 70', OmeU, DCP
KOSMISCHE REISE von Wassili Schurawljow ist der letzte sowjetische Stummfilm und entstand zu einer Zeit, als sich der Tonfilm schon längst durchgesetzt hatte. Der Film zeigt ein fiktives Moskau des Jahres 1946 als Zukunftsstadt: das Raumfahrtsprogramm ist technisch soweit fortgeschritten, dass eine Rakete ins Weltall geschossen werden kann. Professor Pavel Sedikh, der eine Expedition zum Mond leiten soll, wird von seinem Rivalen Professor Karin als zu alt und psychisch ungeeignet für die Mission angesehen. Unterdessen misslingen die ersten Raketentests: das zuerst gestartete Kaninchen kommt ums Leben, eine Katze verschwindet spurlos. Mit Hilfe seiner Assistentin Professorin Marina und des jungen Andrjuscha schafft Sedikh einen erfolgreichen Start, Flug und eine Landung auf dem Mond, bei der sich die Crew mit auftretenden Problemen auseinandersetzen muss: der Schwerelosigkeit, dem Mangel an Sauerstoff oder ausreichender Körperwärme bei Temperaturen unter Null Grad. Ihre Mission wandelt sich zu einer Rettungsaktion, als Sedikh bei einer Mondwanderung ausrutscht, in eine Gletscherspalte stürzt, unter einem Felsbrocken eingeklemmt wird und ihm langsam der Sauerstoff ausgeht.
Eines der ästhetischen Merkmale des Films ist die erstaunlich realistische Abbildung einer Reise zum Mond, bevor solche Szenarien wirklich stattgefunden haben. Begünstigt durch die Mitarbeit des Wissenschaftlers und Begründers der modernen Kosmonautik Konstantin Ziolkowski schildert der Film ästhetisch in äußerst akkurater Vorhersage das Versuchslabor, den riesigen Hangar, das Raumschiff und seine Treibwerke sowie dessen Innenraum und Beleuchtung, die Raumanzüge und die Mondoberfläche. Sowjetische Kosmonaut:innen, die den Film 30 Jahre später sahen, waren beeindruckt von den Kulissen und der Realitätsnähe der Schwerelosigkeits-Szenen, die mit Stop-Motion-Tricktechnik animiert wurden.
Vertonen wird den Film FM Einheit, der in Sachen Avantgarde und präziser Handarbeit nicht besser zum Film passen könnte. Ob als Schlagzeuger der Hamburger Punkbands „Abwärts“ und „Palais Schaumburg“ oder versteckt hinter allerlei Metallschlagwerk bei den „Einstürzenden Neubauten“, ob als Solokünstler oder in zahlreichen Kollaborationen mit Andreas Ammer und Ulrike Haage von den „Rainbirds“: der musikalische Tausendsassa war und ist stets auf der Suche nach unbetretenen Wegen und fordert immer wieder Hörgewohnheiten heraus. Er bewegt sich sowohl im Konzert-, wie auch im Theater- und Kunstbetrieb und gilt längst auch international als einer der versiertesten und renommiertesten deutschen Musiker.
Das Bühnensetup besteht aus digitaler Elektronik, von der Decke herab hängenden, langen Metallfedern, Blechen, einem Tisch voller Ziegel und Gesteinssplit. Dieses diverse, mitunter archaische Instrumentarium wird FM Einheit in einer körperlichen Live-Performance mit seinen Händen, mit Hämmern, Bohrmaschinen und weiteren Gerätschaften perkussiv bearbeiten. Er entlockt den industriellen Materialien flächenartige Sounds, rhythmische Beats bis hin zu sphärischen Klängen, die mit der elektronischen Komposition der interstellaren, utopischen Bilderwelt auf der Leinwand eine Schicht hinzufügen, in der es immer wieder knirscht, kratzt und wummert.
+++ Die Show ist A U S V E R K A U F T +++ Es gibt keine A B E N D K A S S E +++
FM Einheit scores COSMIC VOYAGE
COSMIC JOURNEY by Vasily Shuravlyov is the last Soviet silent film and was made at a time when sound film had long since become the norm. The film depicts a fictional Moscow in 1946 as a city of the future: the space programme has advanced to such a technical level that a rocket can be launched into space. Professor Pavel Sedikh, who is to lead an expedition to the Moon, is regarded as too old and mentally unfit for the mission by his rival Professor Karin. Meanwhile, the first rocket tests go awry: the rabbit launched first is killed, and a cat vanishes without a trace. With the help of his assistant, Professor Marina, and the young Andryusha, Sedikh manages a successful launch, flight and landing on the Moon, during which the crew must contend with various problems: weightlessness, a lack of oxygen and insufficient body heat at sub-zero temperatures. Their mission turns into a rescue operation when Sedikh slips during a moonwalk, falls into a crevasse, becomes trapped under a boulder and slowly runs out of oxygen.
One of the film’s aesthetic features is its astonishingly realistic depiction of a journey to the Moon, long before such scenarios actually took place. Aided by the collaboration of the scientist and founder of modern cosmonautics, Konstantin Tsiolkovsky, the film depicts, with great aesthetic precision and remarkable foresight, the experimental laboratory, the enormous hangar, the spacecraft and its propulsion systems, as well as its interior and lighting, the space suits and the lunar surface. Soviet cosmonauts who saw the film 30 years later were impressed by the sets and the realism of the weightlessness scenes, which were animated using stop-motion techniques.
FM Einheit will be live scoring the film – in terms of avant-garde spirit and skilled craftsmanship, he could not be a better fit for the film. Whether as a drummer with the Hamburg punk bands ‘Abwärts’ and ‘Palais Schaumburg’, or hidden behind all kinds of metal percussion with ‘Einstürzende Neubauten’, whether as a solo artist or in numerous collaborations with Andreas Ammer and Ulrike Haage of the ‘Rainbirds’: this musical jack-of-all-trades has always been – and continues to be – on the lookout for uncharted territory, constantly challenging listeners’ expectations. He is active both in the realms of concert performance, as well as in theatre and the arts, and has long been internationally regarded as one of Germany’s most accomplished and renowned musicians.
The stage set-up consists of digital electronics, long metal springs suspended from the ceiling, sheets of metal, and a table full of bricks and crushed stone. FM Einheit will use this diverse and sometimes archaic apparatus in a physical live performance, belabouring it percussively with his hands, hammers, drills and other tools. He coaxes a range of noises from these industrial materials – from expansive sounds and rhythmic beats to ethereal tones – which, combined with the electronic composition, add a layer to the interstellar, utopian imagery on the screen that is constantly crackling, scratching and humming.
+++ The show S O L D + O U T+++ No Tickets available at the B O X O F F I C E+++
(c) pictures: Filmmuseum München/Edition Filmmuseum
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// So // 11 Uhr // TAG DES OFFENEN DENKMALS
FÜHRUNG DURCHS HAUS
Zum Tag des offenen Denkmals laden wir zu einem Blick hinter die Kulissen unseres historischen Kinos!
In der sachkundigen Führung erfahrt ihr von der bewegten Geschichte des UT Connewitz und von unseren Bemühungen es zu erhalten.
Eine Anmeldung ist nicht nötig. Der Eintritt ist frei.
In der sachkundigen Führung erfahrt ihr von der bewegten Geschichte des UT Connewitz und von unseren Bemühungen es zu erhalten.
Eine Anmeldung ist nicht nötig. Der Eintritt ist frei.
17
// Do // 21 Uhr // GEGENkino
Die Kunst des ugandischen Live Dubbing VJ Emmy begleitet EATEN ALIVE IN UGANDA
### English below ###
Deutschlandpremiere
FORGET THE DIRECTOR, THIS IS EMMY'S CUT!
UG/DE 2026, R: Marion Desmaret, 11', OmeU, DCP
EATEN ALIVE IN UGANDA
UG 2026, R: Nabwana I.G.G., D: Alan Hofmanis Ssali, Isaac Newton Kizito, Mwebaza Faridah, 55', OV mit Live-Kommentar, File
Eine der weltweit spannendsten Low- und No-Budget-Filmkultur findet seit vielen Jahren in Wakaliga, einem Slum von Ugandas Hauptstadt Kampala statt. Wakaliga ist der Name des Filmstudios, auch bekannt unter dem Namen Ramon Film Productions oder augenzwinkernd: „Wakaliwood“. Dort entstehen quirlige, keine Sensation und Unwahrscheinlichkeit auslassende Actionfilme, die es in ihrem Maximalismus mit Hollywood, aber auch mit Vorbildern aus Hongkong oder Indien aufnehmen wollen. Ein exzessiver Mix aus Referenzen auf Vorbilder westlicher Populärkultur und Einflüssen der eigenen Kultur. Kung-Fu-Kämpfe, Shootouts mit Bazookas, mit einfachsten Mitteln abgefeuerte Explosionen wie am Fließband und aus der Zeit gefallenes Bluescreen-CGI. Geschichten von Bandenkriminalität und Korruption, Romanzen à la Shakespeare und einem Heldentum epischen Ausmaßes. Ein DIY-Kino der „poor images“, das auch jenseits der Filmwelten ein filmkulturelles Phänomen ist: so setzt sich der Cast häufig aus Familienmitgliedern, Freund:innen und Nachbar:innen zusammen. Es ist ein radikal partizipatives Filmemachen: Gemeinsam entscheidet das Team über Aufgaben und Rollenverteilung. Auch die Auswertung der Filme ist ohne die eigene Community nicht zu denken: In der Regel erfolgt die Präsentation nämlich in sogenannten „kibandas“, selbst hergerichtete, gemeinschaftliche Orte, an denen die Filme nicht lediglich an die Wand gebeamt werden, sondern darüber hinaus von einem Live-Kommentator – „video joker“ (VJ) genannt – begleitet. Dieser kommentiert wie ein Erzähler, manchmal gar wie ein Animator, das Geschehen. Eine einzigartige Kino-Performance!
Der Regisseur Nabwana I.G.G. Ist eine der zentralen Figuren von Wakaliga – wir präsentieren mit EATEN ALIVE IN UGANDA die aktuellste Produktion des Studios, live begleitet von VJ Emmy, einem der profiliertesten VJs – laut der lokalen Community auch der mit dem besten Humor –, der aus Kampala zum Festival anreist. Im Film begibt sich ein US-amerikanischer Soldat in ein abgelegenes ugandisches Dorf im Bezirk Rakai, um dort seinen seit drei Jahren vermissten Bruder zu suchen. Dort heuert er Soldaten an, die ihm auf seiner Mission unterstützen, trifft dann im Hinterland auf einen etwas seltsamen Wissenschaftler und auf eine kannibalistische Voodoo-Sekte namens „The Dancers“, die zum Teil aus Zombies, zum Teil aus Kindern besteht, die auf den Geschmack gekommen sind. Gefangen in diesem Alptraum beginnt ein actiongeladener Wettlauf durch eine Horde aus Untoten. Wird er es schaffen seinen Bruder zu finden, bevor er mit seinem Helfern verschlungen wird?
Als Eröffnungsfilm des Abends zeigen wir FORGET THE DIRECTOR, THIS IS EMMY'S CUT! von Marion Desmaret in ihrer Anwesenheit. Wie dem Titel nach zu vermuten dreht sich ihr kurzer, experimenteller Dokumentarfilm um Emmy Batte, alias VJ Emmy, den wir bei seiner Arbeit zu sehen bekommen. In provisorischen Kinosälen synchronisiert er live, übersetzt Dialoge in lokale Sprachen (vor allem Luganda) und fügt den Filmerzählungen witzige bis gesellschaftskritische Kommentare hinzu. Als VJ wie auch in diesem Film erobert er sich das Narrativ zurück, er schreibt das Drehbuch neu – ein Film voll heiterer Respektlosigkeit.
In Anwesenheit von Marion Desmaret
German Premiere
FORGET THE DIRECTOR, THIS IS EMMY'S CUT!
UG/DE 2026, D: Marion Desmaret, 11', OV with English subtitles, DCP
EATEN ALIVE IN UGANDA
UG 2026, D: Nabwana I.G.G., A: Alan Hofmanis Ssali, Isaac Newton Kizito, Mwebaza Faridah, 55', OV with live commentary, File
One of the world’s most exciting low- and no-budget film scenes has been thriving for many years in Wakaliga, a slum in Uganda’s capital Kampala. Wakaliga is the name of the film studio, also known as Ramon Film Productions or, with a wink: “Wakaliwood”. There, lively action films are produced, sparing no sensationalisms or implausibilities, and which in their maximalism aim to rival not only Hollywood but also role models from Hong Kong and India. An excessive mix of references to Western popular culture and influences from their own culture. Kung fu fights, bazooka shoot-outs, never ending explosions set off with the simplest of means, and seemingly antiquated blue-screen CGI. Stories of gang crime and corruption, Shakespearean romances, and heroism on an epic scale. A DIY cinema of “poor images”, which even beyond the world of cinema, is a phenomenon in film culture: the cast is often made up of family members, friends and neighbours. It is a radically participatory form of filmmaking: the team decides together on tasks and the allocation of roles. The screening of the films would also be unthinkable without the community itself: usually, they take place in so-called “kibandas” – self-organised, communal spaces where the films are not merely projected onto a wall, but are also accompanied by a live commentator, known as a “video joker” (VJ). This commentator narrates the action, sometimes even acting as an animator. A unique cinematic performance!
Director Nabwana I.G.G. is one of the central figures of Wakaliga – we are presenting the studio’s latest production, EATEN ALIVE IN UGANDA, accompanied live by VJ Emmy, one of the most prominent VJs – and, according to the local community, the one with the best sense of humour – who is travelling from Kampala to attend the festival. In the film, an American soldier travels to a remote Ugandan village in the Rakai district to search for his brother, who has been missing for three years. There, he recruits soldiers to assist him on his mission, then encounters a somewhat strange scientist in the hinterland and a cannibalistic voodoo sect called “The Dancers”, consisting partly of zombies and partly of children who have acquired a taste for it. Trapped in this nightmare, an action-packed race against a horde of the undead begins. Will he manage to find his brother before he and his helpers are devoured?
To begin the evening, we are screening FORGET THE DIRECTOR, THIS IS EMMY’S CUT! by Marion Desmaret in her presence. As the title suggests, her short, experimental documentary centres on Emmy Batte, alias VJ Emmy, whom we see at work. In makeshift cinemas, he provides live dubbing, translates dialogue into local languages (primarily Luganda) and adds comments to the film narratives that range from humorous to socially critical. As a VJ as in this film, he reclaims the narrative and rewrites the script – a film brimming with cheerful disrespect.
In the presence of Marion Desmaret
T I C K E T S are on sale via tixforgigs (Link below pictures)
Deutschlandpremiere
FORGET THE DIRECTOR, THIS IS EMMY'S CUT!
UG/DE 2026, R: Marion Desmaret, 11', OmeU, DCP
EATEN ALIVE IN UGANDA
UG 2026, R: Nabwana I.G.G., D: Alan Hofmanis Ssali, Isaac Newton Kizito, Mwebaza Faridah, 55', OV mit Live-Kommentar, File
Eine der weltweit spannendsten Low- und No-Budget-Filmkultur findet seit vielen Jahren in Wakaliga, einem Slum von Ugandas Hauptstadt Kampala statt. Wakaliga ist der Name des Filmstudios, auch bekannt unter dem Namen Ramon Film Productions oder augenzwinkernd: „Wakaliwood“. Dort entstehen quirlige, keine Sensation und Unwahrscheinlichkeit auslassende Actionfilme, die es in ihrem Maximalismus mit Hollywood, aber auch mit Vorbildern aus Hongkong oder Indien aufnehmen wollen. Ein exzessiver Mix aus Referenzen auf Vorbilder westlicher Populärkultur und Einflüssen der eigenen Kultur. Kung-Fu-Kämpfe, Shootouts mit Bazookas, mit einfachsten Mitteln abgefeuerte Explosionen wie am Fließband und aus der Zeit gefallenes Bluescreen-CGI. Geschichten von Bandenkriminalität und Korruption, Romanzen à la Shakespeare und einem Heldentum epischen Ausmaßes. Ein DIY-Kino der „poor images“, das auch jenseits der Filmwelten ein filmkulturelles Phänomen ist: so setzt sich der Cast häufig aus Familienmitgliedern, Freund:innen und Nachbar:innen zusammen. Es ist ein radikal partizipatives Filmemachen: Gemeinsam entscheidet das Team über Aufgaben und Rollenverteilung. Auch die Auswertung der Filme ist ohne die eigene Community nicht zu denken: In der Regel erfolgt die Präsentation nämlich in sogenannten „kibandas“, selbst hergerichtete, gemeinschaftliche Orte, an denen die Filme nicht lediglich an die Wand gebeamt werden, sondern darüber hinaus von einem Live-Kommentator – „video joker“ (VJ) genannt – begleitet. Dieser kommentiert wie ein Erzähler, manchmal gar wie ein Animator, das Geschehen. Eine einzigartige Kino-Performance!
Der Regisseur Nabwana I.G.G. Ist eine der zentralen Figuren von Wakaliga – wir präsentieren mit EATEN ALIVE IN UGANDA die aktuellste Produktion des Studios, live begleitet von VJ Emmy, einem der profiliertesten VJs – laut der lokalen Community auch der mit dem besten Humor –, der aus Kampala zum Festival anreist. Im Film begibt sich ein US-amerikanischer Soldat in ein abgelegenes ugandisches Dorf im Bezirk Rakai, um dort seinen seit drei Jahren vermissten Bruder zu suchen. Dort heuert er Soldaten an, die ihm auf seiner Mission unterstützen, trifft dann im Hinterland auf einen etwas seltsamen Wissenschaftler und auf eine kannibalistische Voodoo-Sekte namens „The Dancers“, die zum Teil aus Zombies, zum Teil aus Kindern besteht, die auf den Geschmack gekommen sind. Gefangen in diesem Alptraum beginnt ein actiongeladener Wettlauf durch eine Horde aus Untoten. Wird er es schaffen seinen Bruder zu finden, bevor er mit seinem Helfern verschlungen wird?
Als Eröffnungsfilm des Abends zeigen wir FORGET THE DIRECTOR, THIS IS EMMY'S CUT! von Marion Desmaret in ihrer Anwesenheit. Wie dem Titel nach zu vermuten dreht sich ihr kurzer, experimenteller Dokumentarfilm um Emmy Batte, alias VJ Emmy, den wir bei seiner Arbeit zu sehen bekommen. In provisorischen Kinosälen synchronisiert er live, übersetzt Dialoge in lokale Sprachen (vor allem Luganda) und fügt den Filmerzählungen witzige bis gesellschaftskritische Kommentare hinzu. Als VJ wie auch in diesem Film erobert er sich das Narrativ zurück, er schreibt das Drehbuch neu – ein Film voll heiterer Respektlosigkeit.
In Anwesenheit von Marion Desmaret
German Premiere
FORGET THE DIRECTOR, THIS IS EMMY'S CUT!
UG/DE 2026, D: Marion Desmaret, 11', OV with English subtitles, DCP
EATEN ALIVE IN UGANDA
UG 2026, D: Nabwana I.G.G., A: Alan Hofmanis Ssali, Isaac Newton Kizito, Mwebaza Faridah, 55', OV with live commentary, File
One of the world’s most exciting low- and no-budget film scenes has been thriving for many years in Wakaliga, a slum in Uganda’s capital Kampala. Wakaliga is the name of the film studio, also known as Ramon Film Productions or, with a wink: “Wakaliwood”. There, lively action films are produced, sparing no sensationalisms or implausibilities, and which in their maximalism aim to rival not only Hollywood but also role models from Hong Kong and India. An excessive mix of references to Western popular culture and influences from their own culture. Kung fu fights, bazooka shoot-outs, never ending explosions set off with the simplest of means, and seemingly antiquated blue-screen CGI. Stories of gang crime and corruption, Shakespearean romances, and heroism on an epic scale. A DIY cinema of “poor images”, which even beyond the world of cinema, is a phenomenon in film culture: the cast is often made up of family members, friends and neighbours. It is a radically participatory form of filmmaking: the team decides together on tasks and the allocation of roles. The screening of the films would also be unthinkable without the community itself: usually, they take place in so-called “kibandas” – self-organised, communal spaces where the films are not merely projected onto a wall, but are also accompanied by a live commentator, known as a “video joker” (VJ). This commentator narrates the action, sometimes even acting as an animator. A unique cinematic performance!
Director Nabwana I.G.G. is one of the central figures of Wakaliga – we are presenting the studio’s latest production, EATEN ALIVE IN UGANDA, accompanied live by VJ Emmy, one of the most prominent VJs – and, according to the local community, the one with the best sense of humour – who is travelling from Kampala to attend the festival. In the film, an American soldier travels to a remote Ugandan village in the Rakai district to search for his brother, who has been missing for three years. There, he recruits soldiers to assist him on his mission, then encounters a somewhat strange scientist in the hinterland and a cannibalistic voodoo sect called “The Dancers”, consisting partly of zombies and partly of children who have acquired a taste for it. Trapped in this nightmare, an action-packed race against a horde of the undead begins. Will he manage to find his brother before he and his helpers are devoured?
To begin the evening, we are screening FORGET THE DIRECTOR, THIS IS EMMY’S CUT! by Marion Desmaret in her presence. As the title suggests, her short, experimental documentary centres on Emmy Batte, alias VJ Emmy, whom we see at work. In makeshift cinemas, he provides live dubbing, translates dialogue into local languages (primarily Luganda) and adds comments to the film narratives that range from humorous to socially critical. As a VJ as in this film, he reclaims the narrative and rewrites the script – a film brimming with cheerful disrespect.
In the presence of Marion Desmaret
T I C K E T S are on sale via tixforgigs (Link below pictures)
30
// Mi // 20:00 Uhr // arte präsentiert - Cine Concert:
CLEANING WOMEN vertonen AELITA – DER FLUG ZUM MARS
SU 1924, Regie: Jaków Protasanow, 112 min
AELITA ist in seiner Mischung aus Sciencefiction und Alltagskomödie ein ungewöhnlicher sowjetrussischer Stummfilm, er erzählt mit viel Witz von den Lebensverhältnissen in der jungen Sowjetunion und bringt mit den Kosmonautenträumen des jungen Ingenieurs Loss ein utopisches Element ins Spiel: Nach einem Vorfall auf der Radiostation beginnt Loss von einem Flug zum Mars zu träumen. Dort findet er eine feudale, hochentwickelte Zivilisation vor und trifft auf eine Liebe, die eine Revolution zu entfesseln vermag. Eingegangen in die Filmgeschichte ist AELITA wegen seiner futuristischen Dekors zur Visualisierung des Lebens auf dem Mars.
Cleaning Women ist eine finnische Rockband, ihr Markenzeichen sind selbst gebaute Instrumente, auf denen sie experimentelle Rockmusik spielen. Ihre Musik changiert zwischen Techno und Avantgarde-Disco, sie verbindet Industial, europäische Volksmusik und moderne Tanzrhythmen. Der pulsierende Sound entsteht aus Alltagsgegenständen. Ein Wäscheständer war Grundmodell für die Entwicklung vielseitiger Instrumente mit stimmbaren Stahlsaiten, die mit Trommelstöcken aus Holz und Metall gespielt werden. Kontaktmikrofone am Rahmen nehmen den Klang der Gestelle auf. Zum Einsatz kommen weiterhin selbstgebaute Gitarren und ein großes Schlagwerk aus Dosen, Stahltrommeln von Waschmaschinen und Gärbehälter aus Plastik.Ihre Bühnenshow erinnert an das deutsche Kabarett der 20er Jahre und die expressionistischen Filme des Weimarer Kinos.
T I C K E T S bekommt Ihr online via tixforgigs.com sowie bei CULTON im Peterssteinweg 9!
AELITA ist in seiner Mischung aus Sciencefiction und Alltagskomödie ein ungewöhnlicher sowjetrussischer Stummfilm, er erzählt mit viel Witz von den Lebensverhältnissen in der jungen Sowjetunion und bringt mit den Kosmonautenträumen des jungen Ingenieurs Loss ein utopisches Element ins Spiel: Nach einem Vorfall auf der Radiostation beginnt Loss von einem Flug zum Mars zu träumen. Dort findet er eine feudale, hochentwickelte Zivilisation vor und trifft auf eine Liebe, die eine Revolution zu entfesseln vermag. Eingegangen in die Filmgeschichte ist AELITA wegen seiner futuristischen Dekors zur Visualisierung des Lebens auf dem Mars.
Cleaning Women ist eine finnische Rockband, ihr Markenzeichen sind selbst gebaute Instrumente, auf denen sie experimentelle Rockmusik spielen. Ihre Musik changiert zwischen Techno und Avantgarde-Disco, sie verbindet Industial, europäische Volksmusik und moderne Tanzrhythmen. Der pulsierende Sound entsteht aus Alltagsgegenständen. Ein Wäscheständer war Grundmodell für die Entwicklung vielseitiger Instrumente mit stimmbaren Stahlsaiten, die mit Trommelstöcken aus Holz und Metall gespielt werden. Kontaktmikrofone am Rahmen nehmen den Klang der Gestelle auf. Zum Einsatz kommen weiterhin selbstgebaute Gitarren und ein großes Schlagwerk aus Dosen, Stahltrommeln von Waschmaschinen und Gärbehälter aus Plastik.Ihre Bühnenshow erinnert an das deutsche Kabarett der 20er Jahre und die expressionistischen Filme des Weimarer Kinos.
T I C K E T S bekommt Ihr online via tixforgigs.com sowie bei CULTON im Peterssteinweg 9!










